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01.06.2022

Freisprechung Innung Mayen: „Ohne Handwerk läuft nichts“

Voller Energie starteten 14 Prüflinge der Innung für Elektro- und Informationstechnik Mayen jetzt in ihre berufliche Zukunft. Sie haben ihre Gesellenprüfung bestanden, sind fortan keine Auszubildenden mehr und wurden im Hotel Zur Post in Welling nach altem Brauch freigesprochen.

Die erfolgreichen Junggesellen (Foto: Jordan)

„Als Freisprechung bezeichnet man den feierlichen Abschluss der Ausbildungszeit“, erläuterte Andreas Fuhrmann, stellvertretender Obermeister der Innung. „Sie hat ihren Ursprung im ausgehenden Spätmittelalter, dabei wurde der Lehrling vom Meister losgesprochen.“ Gern übernahm er gemeinsam mit Lehrlingswart Bernd Wagner diese ehrenvolle Aufgabe. „Ihr seid nun Gesellen in einem Handwerk, und darauf könnt ihr stolz sein, denn ohne Handwerk läuft nichts“, bestärkte er die jungen Leute in ihrer Berufswahl. „Ihr habt einen Beruf gewählt, in dem ihr eines sicherlich niemals tun müsst: Arbeit suchen.“

Bernd Wagner ging auf die Tätigkeiten des Elektronikers in der heutigen Zeit ein. Er schilderte den stolzen Neugesellen und ihren mitfeiernden Eltern und Freunden, dass gerade bei den neuesten Technologien kein Handwerker mehr gefragt sei als der Elektroniker - sei es im Bereich Energiegewinnung bei PV- und Windkraftanlagen, im Rahmen der Wärmeerzeugung etwa durch Wärmepumpen, bei der Installation smarter Wohnhäuser oder beim Einrichten von Ladepunkten für Elektromobilität.

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung heute. Das war nicht immer so. Thomas Weber, stellvertretender Studiendirektor der BBS Andernach, ging auf die Geschichte der Freisprechung im vorvergangenen Jahrhundert ein im Vergleich zur heutigen Ausbildung. Er berichtete, dass man im Familienverbund des Ausbildungsbetriebes eingebunden wurde und sämtliche anfallenden Arbeiten in Haus, Hof und Acker zu erledigen hatte. Er erwähnte auch, dass ein Arbeitstag nicht selten 18 Stunden lang war und Ausbildung sowie Werkzeug selbst bezahlt werden mussten. Der Meister entschied, wann die Ausbildung beendet war, ob sie zwei, drei oder sogar fünf Jahre dauerte.
 Auch Michael Kaltz, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Mayen, gratulierte den frisch gebackenen Gesellen. Neben der KSK Mayen zählt auch die Volksbank zu den Sponsoren. Beide wechseln sich bei den Reden jährlich ab und überreichen auch im Wechsel die Schecks für die Prüfungsbesten.

Schließlich gab es noch eine Überraschung. Ein ganz besonderer Handwerker erschien, um die Gesellschaft mit viel Humor aufzumischen: Comedian Handwerker Peters mit seinen „130 Kilo geballtem Spezialwissen“. Er erzählte von sich, seinen Kindern, seiner Frau und bedauerte die, die so wie er, verheiratet sind. Jede Menge rund um den alltäglichen Bauwahnsinn wusste HP alias Kai Kramosta zu berichten inklusive Geschichten von seinem Polier "Schöppeschtills Hänns" von der Baustelle und was dieser dort alles verbockt hat. Ein Berufsstart mit so viel Gelächter kann nur gelingen.

Schlussendlich richtete Andreas Fuhrmann noch einen herzlichen Dank an die Ausbildungsbetriebe, die die jungen Leute – wie immer – mit so viel Einsatz unterstützten.

 Die Prüfungsbesten waren in diesem Jahr: Auf dem ersten Platz Vadim Kremnev (Ausbildungsbetrieb Baywa r.e. Operation Services GmbH aus Bendorf), auf dem zweiten Felix Mohrs und dem dritten Markus Retterath (beide Ausbildungsbetrieb Gebäudesystemtechnik Wagner GmbH aus Weiler).

Quelle: KH Mittelrhein

 

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